Photovoltaik – Erfahrungen statt Versprechen
Seit 2011 betreibe ich eine eigene Photovoltaikanlage. In dieser Zeit habe ich umfangreiche Erfahrungen gesammelt und die tatsächlichen Erträge sowie meinen Stromverbrauch dokumentiert.
Auf dieser Seite möchte ich zeigen, was meine Anlage in 15 Jahren geleistet hat, wie viel Solarstrom ich selbst nutzen konnte und unter welchen Bedingungen sich ein Batteriespeicher für mich lohnen könnte.
Photovoltaik nach 15 Jahren
Erfahrungen aus der Praxis
Als ich im Juli 2011 auf meinem Haus eine Photovoltaikanlage installieren ließ, war für mich keineswegs sicher, ob sich diese Investition über viele Jahre bewähren würde. Die Anlage besteht aus 54 Modulen mit insgesamt 10,26 kWp, ist nach Süden ausgerichtet und weitgehend unverschattet. Inzwischen kann ich auf rund 15 Jahre praktische Erfahrung zurückblicken – und vor allem auf tatsächliche Ertrags- und Verbrauchszahlen statt auf theoretische Berechnungen.
Im langjährigen Durchschnitt erzeugte die Anlage etwa 9.500 bis 9.700 kWh Strom pro Jahr. Dabei gab es nicht nur Sonnenschein: Nach rund acht Jahren musste beispielsweise der Wechselrichter ausgetauscht werden, wodurch die Anlage etwa zwei Wochen ausfiel. Trotzdem hat mich die langfristige Leistung der Photovoltaikanlage überzeugt. Besonders interessant ist für mich heute die Frage, wie viel des selbst erzeugten Stroms im eigenen Haus genutzt werden kann – und welchen zusätzlichen Nutzen ein Batteriespeicher bringen würde.
2.131 kWh p.a.
Eigenverbrauch ohne Speicher
Im Durchschnitt nutzte ich jährlich 2.131 kWh meines selbst erzeugten Solarstroms direkt im eigenen Haus – ohne Batteriespeicher. Das entspricht rund 22 % der gesamten Stromproduktion.
8.189 kWh p.a.
Durchschnittlicher Netzbezug
Zusätzlich zum selbst erzeugten und direkt genutzten Solarstrom bezog ich im Durchschnitt 8.189 kWh Strom pro Jahr aus dem öffentlichen Netz.
ca. 4.000 kWh p.a.
Möglicher Eigenverbrauch mit Speicher
Aus meinen damaligen monatlichen Berechnungen ergab sich, dass ich mit einem Batteriespeicher insgesamt etwa 4.000 kWh Solarstrom pro Jahr selbst nutzen könnte. Das entspräche bei meinem Stromverbrauch einer Eigenversorgung von ungefähr 40 %.
134.611 kWh
Solarstrom in 14 Jahren
Tatsächlich erzeugte Strommenge meiner Photovoltaikanlage von 2012 bis 2025. Grundlage sind die von mir aufgezeichneten Jahreswerte.
9.615 kWh
Durchschnitt pro Jahr
Im Durchschnitt erzeugte meine 10,26-kWp-Anlage von 2012 bis 2025 rund 9.615 kWh Solarstrom pro Jahr.
10.512 kWh
Bestes Ertragsjahr: 2022
Die Jahreserträge schwankten: 2022 wurden 10.512 kWh erzeugt, im schwächsten Jahr 2017 waren es 8.401 kWh.
Warum ich bisher keinen Batteriespeicher gekauft habe
Ein Speicher kann sinnvoll sein – aber man muss rechnen
Ein Batteriespeicher könnte meinen Eigenverbrauch deutlich erhöhen. Nach meinen damaligen monatlichen Berechnungen könnte ich statt durchschnittlich rund 2.131 kWh ohne Speicher etwa 4.000 kWh Solarstrom pro Jahr selbst nutzen.
Trotzdem habe ich mich bisher gegen den Kauf eines Speichers entschieden. Der Grund liegt in den besonderen Vergütungsbedingungen meiner 2011 in Betrieb genommenen Anlage. Für eingespeisten Strom erhalte ich noch 28,74 Cent je kWh, für selbst verbrauchten Solarstrom 12,63 Cent je kWh. Diese Förderung läuft für meine Anlage über 20 Jahre.
Solange diese Vergütung noch besteht, ist es für mich wirtschaftlich wenig attraktiv, einen Batteriespeicher zu finanzieren. Nach dem Ende der Förderung wird die Rechnung jedoch eine andere sein. Dann werde ich neu prüfen, ob sich ein Speicher lohnt und wie ich möglichst viel meines selbst erzeugten Stroms im eigenen Haus nutzen kann.
Mein Fazit: Ein Batteriespeicher ist nicht automatisch wirtschaftlich. Entscheidend sind die persönliche Verbrauchssituation, der Strompreis, die Einspeisevergütung, die Anschaffungskosten und gegebenenfalls die Finanzierung.
Photovoltaikanlage geplant? Angebote vergleichen
Wer eine Photovoltaikanlage plant, sollte nicht nur auf den Preis achten. Entscheidend sind auch die passende Anlagengröße, die Ausrichtung und Verschattung des Daches, die Qualität der Komponenten sowie die Frage, ob ein Batteriespeicher wirtschaftlich sinnvoll ist.
Aus meiner eigenen Erfahrung halte ich es deshalb für sinnvoll, vor einer Entscheidung mehrere Angebote einzuholen und nicht nur den Gesamtpreis zu vergleichen. Wichtig ist auch, welche Leistungen im Angebot enthalten sind und wie die Anlage auf den tatsächlichen Stromverbrauch und die Gegebenheiten des Hauses abgestimmt wird.
Wer eine neue Photovoltaikanlage plant, sollte deshalb mehrere Angebote vergleichen. So lassen sich nicht nur die Preise, sondern auch Anlagengröße, Komponenten, Speicherlösung und angebotene Leistungen besser beurteilen.